Wir kennen Objekte, in denen die Analyse „inklusive“ war – und damit als erledigt galt. Der Dome erkannte fleißig. Das Telefon klingelte wegen einer Plastiktüte, eines Wolkenschattens, einer Katze. Nach einer Woche öffnete niemand mehr die Meldungen. Das ist kein Sensorproblem, sondern eine Lizenz, die im Werkszustand geblieben ist.
IVA Pro ersetzt keinen Menschen, der hinschaut. Es filtert. Man muss ihm aber sagen, was gemeldet werden soll, zu welcher Uhrzeit und an wen. Das legen wir mit Ihnen am Live-Bild fest, bevor wir gehen – nicht „später irgendwann im Menü“.
Was hinter „IVA Pro“ steckt
Es ist weder ein einzelner Schalter noch eine Intelligenz, die „die Szene versteht“. Es sind getrennte Bosch-Lizenzen, und nicht jedes der sechs Modelle hat dieselben:
- Buildings – Personen und Fahrzeuge in belebten Szenen. Regen, Schatten und Insekten soll sie gerade ignorieren.
- Perimeter – Sperrzonen, Zaun, Kiesstreifen. Nicht die Verkaufsfläche.
- Privacy – Masken für ein Nachbarfenster, einen fremden Garten, das Stück Straße, das ins Bild ragt.
Wir schreiben nicht alle drei ins Angebot, um modern zu wirken, sondern nur, was wirklich im Gehäuse steckt oder als Lizenz hinzukommt. Unsere Methode beginnt beim Bildausschnitt; die Analyse folgt erst, wenn das Bildfeld steht.
Buildings: Menschen und Fahrzeuge, nicht das Wetter
Auf Parkplatz, Hof oder Weg bewegt sich immer zu viel: Laub, Scheinwerfer, eine flatternde Plane, ein Insekt am Dome. Buildings soll daraus eine Person oder ein Fahrzeug herausfiltern – nicht das Wetter. Bei der DINION 3100i IR und dem FLEXIDOME outdoor 5100i IR ist sie bereits installiert und braucht wenig Kalibrierung. Ein Grund, gar nichts einzustellen, ist das nicht.
Ohne Alarmregel füllt Buildings das Archiv mit klassifizierten Objekten. Das hilft am nächsten Tag, wenn man „den Transporter von 7:12 Uhr“ sucht. Um 3 Uhr nachts hilft es nicht, wenn niemand festgelegt hat: Alarm nur, wenn eine Person außerhalb der Öffnungszeiten diese Linie überschreitet. Die unerwarteten Szenen bleiben im 24/7-Stream – sie müssen niemanden aus dem Schlaf holen.
Perimeter: eine Sperrzone ist keine Halle
Perimeter ist strenger als Buildings und für Bereiche gedacht, in denen niemand etwas zu suchen hat: ein Zaun, ein Sicherheitsstreifen, eine Rampe nach der letzten Tour. Beim 5100i IR kommt die Lizenz hinzu. Die Panoramakameras 5100i und 5100i IR haben Buildings und Perimeter bereits an Bord – sinnvoll, sobald die Szene kein Ladeninneres mehr ist, sondern Hof und Zaun. Die FLEXIDOME 8100i X bringt beide zusammen mit Privacy mit.
Perimeter setzen wir nicht im Laden ein, „um zu sehen, wer sich lange aufhält“. Wer an der Kasse steht, ist ein Mitarbeitender oder ein Kunde. Eine Sperrzone dagegen hat keinen Grund, betreten zu werden. Diesen Unterschied halten wir vor Ort auf dem Plan fest – bevor die Lizenz ins Angebot kommt.
Privacy: maskieren heißt nicht erlauben
Privacy zeichnet Bereiche weich: das Fenster nebenan, den Nachbargarten, das Stück Gehweg, das trotz Neuausrichtung im Bild bleibt. Das stellen wir gemeinsam mit Ihnen am Live-Bild ein, bevor die Leiter wieder weggeräumt ist. Ein zu großzügiges Bildfeld, das man „später maskiert“, rächt sich beim ersten Nachbarn – oder bei der ersten Kontrolle.
Eine Softwaremaske informiert niemanden. Sie ersetzt weder das Hinweisschild noch den Beschluss der Eigentümergemeinschaft noch die Betriebsvereinbarung. Im Nachtsicht-Sortiment ist Privacy bei der 8100i X vorinstalliert. Bei den anderen Modellen richten wir neu aus, maskieren im Rekorder oder verzichten auf die Kamera. Der DSGVO-Beitrag sagt es klar: Der erlaubte Bildausschnitt kommt vor dem Modell.
Essential Video Analytics ist nicht IVA Pro
Die AUTODOME 5100i (NDP-5522-Z30) arbeitet mit Essential Video Analytics, nicht mit IVA Pro. Wir schreiben auch nicht „IVA Pro“ ins Angebot, nur weil es besser klingt. EVA beherrscht Linie, Zone und Objekt – genug für eine PTZ-Kamera, die eine Rampe verfolgt, aber nicht das Paket aus Buildings, Perimeter und Privacy. Wer die sechs Modelle vergleicht, soll den Unterschied erkennen können, statt einheitliches Marketing zu lesen.
Auf manchen 5100i-Datenblättern gibt es außerdem eine Traffic-Lizenz. Standardmäßig verkaufen wir sie nicht: Warteschlangen zu zählen ist nicht die Aufgabe eines Hof-Domes. Gibt es den Bedarf, sprechen wir ihn offen an, statt ihn unter „Analyse“ ins Angebot zu schieben.
Die Regel zählt, nicht das Label
Was wir konkret einrichten, sind wenige Handgriffe. Wir erledigen sie, wenn der Dome ausgerichtet ist, das PoE-Budget stimmt und der Stream abgesichert ist – echtes Passwort, kein UPnP.
- Linie – eine Tür, ein Tor, die Schwelle eines Lagers. Mit Richtung, wenn es darauf ankommt (Hineingehen ist nicht Hinausgehen).
- Verweilen / Anwesenheit – ein Transporter, der zu lange vor einer geschlossenen Rampe steht; eine Person im Sperrstreifen. Nicht der Mitarbeitende an seinem Platz.
- Uhrzeit – während der Öffnungszeiten wird archiviert, danach alarmiert. Ein Schlussverkaufs-Samstag ist kein Dienstag um 4 Uhr.
- Empfänger – wer die Meldung bekommt und auf welchem Konto. Ein Alarm „an alle“ liest nach drei Tagen niemand mehr.
Das ist das sinnvolle Minimum. Jede weitere Regel ist ein künftiger Fehlalarm – oder ein Schritt in Richtung Personenüberwachung, den keine Aufsichtsbehörde akzeptieren muss. Die Regeln stehen bei uns im Angebot, genau wie das Kameramodell.
Was im Sortiment bereits enthalten ist
- DINION 3100i IR – Buildings. Für Zugang, Weg und Fassade.
- FLEXIDOME outdoor 5100i IR – Buildings; Perimeter (und Traffic) als Lizenz. Unser meistverbauter Dome.
- Panoramic 5100i und 5100i IR – Buildings und Perimeter. Halle oder Hof ohne tote Winkel.
- FLEXIDOME 8100i X – Buildings, Perimeter, Privacy. Für exponierte Standorte mit Nachbarschaft, die maskiert werden muss.
- AUTODOME 5100i – Essential Video Analytics. Zum Verfolgen, nicht das IVA-Pro-Paket.
Wir verkaufen Analyse nicht als Prospektargument, sondern lassen sie arbeiten: eine Linie, eine Uhrzeit, ein Empfänger. Sonst lieber ein Stream, der schweigt – dann weiß man wenigstens, dass man das Archiv selbst öffnen muss.